Diese neue Band hatte auf Anhieb vor allem dank der Vielseitigkeit und der persönlichen Ausstrahlung der Beteiligten grossen Erfolg.
Nachdem die ersten Konzerte noch mit 2 Pianisten unter dem etwas umständlichen
Namen "Dixieland, Boogie & Ragtime - Corporation" bestritten wurden,
kristallisierte sich bald die Originalbesetzung der neuen Band heraus,
und zwar mit den folgenden Musikern:
Ernst Weber (cl/sax), Jan Zeman (p) und Matthias Eschenmoser
(tb) von den ehemaligen Louisiana Jumpers. Max Hegi (tp)
von der Saratoga Jazzband (ebenso wie Uli May, der 2. Pianist der
ersten Konzerte). Pavel Molnar (b) von der damals sehr bekannten
und excellenten Roy King Jazzband.
Vervollständigt wurde die Rhythmusgruppe mit Robi Ammann (bj/gt)
und Ivan Hrdina (dr).
Dank dem ausserordentlichen Einfühlungsvermögen der Bandmitglieder in die verschiedenen Stilrichtungen innerhalb des alten Jazz und der vielseitigen Instrumentierung, konnte die Band von Anfang an ein Repertoire pflegen, welches weit über dasjenige einer üblichen Dixieland-Band hinausging.
Als Vorbilder galten von Anfang an die grosssen amerikanischen Musiker
und Bands der 20er und 30er Jahre wie Louis Armstrong, Duke Ellington und
Fats Waller.
Bald fand man heraus, dass Max Hegi die Fähigkeit hatte, seine
Trompete wie Muggsy Spanier zu spielen.
Ernst Weber begann, sich ernsthaft mit Benny Goodman (später auch
mit Barney Bigard) sowie mit Sidney Bechet und Jonny Hodges zu befassen,
und Jan Zeman erweiterte seinen Ragtime- und Fats Waller - Pianostil in
Richtung Count Basie.
Auch ganz alte Stücke von King Oliver und Jelly Roll Morton wurden
vom Pioniergeist der Jazzburgers entdeckt, was zur Folge hatte, dass Ivan
Hrdina sich zusätzlich zum Schlagzeug ein Waschbrett beschaffen musste.
Beliebt waren bei den Jazzburgers auch die damaligen Tremble Kids und vor allem die PS-Corporation, die quasi "Pate" standen für die Entstehung der immer wichtiger und erfolgreicher werdenden "Happy Jazz"-Sparte im nunmehr kompletten Old-Time-Repertoire der Jazzburgers.
Schon in den ersten 10 Jahren hatten die Jazzburgers viele wichtige Auftritte und schöne Erlebnisse, wie sie nicht jeder Band beschert werden.
In diese Periode gehörten die Teilnahme an Jazzfestivals in Biel, Neuenburg, Lugano, Sion, Friedrichshafen (BRD), beim Rhein-Mosel-Riverboat-Jazzfestival sowie das Erreichen des Finals am nationalen Jubiläumsfestival in Augst (1982).
Besonders gerne erinnern sich aber alle Jazzburgers an ihre Club-Engagements
im Sunset Club von Senegambia (Westafrika) und Euböa/Griechenland.
In Senegambia kam es zu einem unvergesslichen Konzert im Victoria-Hospital
der Hauptstadt Banjul sowie zu einer Jazzburgers-Radio-Sendung; und auch
auf Euböa gab die Band ein Goodwill-Konzert vor einem riesigen Publikum,
von denen die meisten noch nie zuvor eine Dixieland-Band gehört hatten.
1988 gab es einen Wechsel in der Besetzung. Robi Ammann (bj/gt) wollte sich in Zukunft moderneren Jazzstilrichtungen widmen und konnte durch den Super-Profi-Gitarristen/Banjeur Georges Schwarz aus Basel ersetzt werden.
Zahlreiche weitere Jazzfestivals folgten, u. a. in Montreux, Genf, Basel, St. Raphael (Côte d'Azur) wie auch 2 weitere BRD-Riverboat-Festivals und nochmals ein Ausland-Engagement in Spanien, und zwar als erste Jazzband in der PTT-Clubanlage in Giverola an der Costa Brava..
Der Aktionsradius wurde jetzt auch auf eine ganze Reihe von Bergkurorten
vor allem in Graubünden (Davos, Arosa, Flims etc.) und im Engadin
ausgeweitet. Diese an und für sich sehr schönen Weekend-Ausflüge
wurden so häufig, dass sich insbesondere Georges Schwarz immer mehr
ersetzen liess ("Höhenkoller") und es heute eine eigentliche "Jazzburgers-Alpin"-Besetzung
gibt.
Im Jahre 1994 kündigten sich zwei weitere Umbesetzungen an, welche die Band eine Zeitlang in ihrer Aktionsfähigkeit einschränkten.
Aber auch diesmal hatten die Jazzburgers grosses Glück. Mit dem neuen Posaunisten Franz Schnider (bekannt von den Basler New Orleans Hot Lips und den Luzerner Two Banjos Jazzband) sowie mit dem Bassisten Hans Schläpfer (bekannt von den Buddhas Gamblers, den Tremble Kids und den legendären Hot Potatos) hat sich die Band nochmals wesentlich verstärkt und endlich einen hervorragenden Bassisten gefunden, welcher zusätzlich auch Basstuba spielt.
Mit Ad-Hoc-Besetzungen, in welchen z.T. die neuen Musiker schon integriert
waren, kam es zu weiteren Ausland-Engagements, diesmal für die Mövenpick-Hotelkette
in Aegypten.
Sharm el Sheik (gleich zwei Mal), Luxor und Al Quseir hinterliessen
erneut schöne Ferienerlebnisse.
Mit 16 Instrumenten und lauter "alten Hasen", die in allen Sparten des alten Jazz ihre Erfahrungen gesammelt haben, sind die Jazzburgers in der beneidenswerten Situation, als einzige Band weit und breit, wirklich alle Sparten des Old-Time-Jazz von New Orleans bis Swing in authentischem Geiste wiederzugeben zu können.
Auch das musikalische und technische Niveau der einzelnen Musiker hat sich in den 18 Jahren so weit entwickelt, dass die Band heute auch in qualitativer Hinsicht zur Schweizer Spitze gehört.
So sind mehrere Bandmitglieder (insbesondere Ernst Weber, Georges Schwarz und Hans Schläpfer) schon seit Jahren immer wieder auch zusammen mit internationalen Jazzgrössen anzutreffen
Die meisten Jazzburgers sind aber neben ihrem Hobby normal berufstätig in anspruchsvollen und z.T. auch zeitraubenden Funktionen.
Der grösste Teil der manchmal umfangreichen Management- und Administrations-Arbeiten werden durch die beiden "Hauptdrahtzieher der Band" Ernst Weber und Max Hegi erledigt, wobei Ernst Weber (als Halb-Profi) auch als musikalischer Leiter fungiert.
Trotz der ausserordentlichen musikalischen Leistung ist der Humor, die ansteckende Lebensfreude und der schon sprichwörtliche Happy-Jazz der Band unvermindert erhalten geblieben.
Die Jazzburgers werden auch in Zukunft sukzessiv weitere Jazzperlen
aus allen Sparten des alten Jazz ins Repertoire einspielen und versuchen,
dem Publikum eine gelungene Mischung von bester Musik mit bestem Entertainment
zu bieten.
Jan ZemanErnst Weber
Herbstackerstr. 7
8472 Seuzach
Tel, Beantw., Fax: 052/2677 241(G); 052/335 44 77 (P),
The JAZZBURGERs CD: "Old Time Jazz Classics" (siehe auch Hörproben) |
|
(M. Ager - J. Yellen - I. Hrdina) |
(Scott Joplin) |
("Jelly Roll" Morton) |
(G.L. Cobb - J. Yellen) |
(E. Durham - C. Basie) |
(J. Turner Layton - Henry Creamer) |
(Razal-Waller-Brooks) |
(G. Gershwin - J. Gershwin) |
(La Rocca) World Music |
(B. Morton -T. Nayes - R. Charles) |
(D. Redman - P. Denniker - J. Davis) |
(Sp. Williams) |
(Kid Ory) |
(S. Bechet) |
(J. Hodges - D. Ellington) |
(W. C. Handy) |